Daphnis and Chloe
Ballet by John Neumeier
Music: Maurice Ravel
Choreography and Staging: John Neumeier
Set and Costumes: Jürgen Rose
55 minutes
PREMIERE:
Frankfurt Ballet, Frankfurt, January 2, 1972
ORIGINAL CAST:
Daphnis: Truman Finney
Chloe: Marianne Kruuse
Lycaenion: Beatrice Cordua
Dorkon: Maximo Barra
IN THE REPERTORY:
Frankfurt Ballet
Hamburg Ballet
Dresden Semperoper Ballett
Vienna State Ballet
SYNOPSIS:
Lesbos, September 1912
Die Schüler eines vornehmen Internats besuchen auf einer Bildungsreise die Sehenswürdigkeiten der Insel Lesbos. Einer der jungen Männer – nennen wir ihn Daphnis – träumt sich voll Sensibilität gerne in die Welt der Antike zurück. In seiner Umwelt ist es schwerer, sich zurechtzufinden: Die Anziehung, die eine Kameradin – Chloe – auf ihn ausübt, verwirrt ihn. Noch mehr aber verwirrt ihn die Begegnung mit Lykainion, einer kunstsinnigen, emanzipierten Dame, und die Erfahrung, dass Chloe unbefangen mit dem Matrosen Dorkon Freundschaft schließen kann. Während die anderen zum Baden gehen, bleibt Daphnis bei seinen geliebten Statuen allein und hält mit ihnen Zwiesprache. Chloe belauscht ihn dabei und kann sich nicht enthalten, ihm einen Kuss zu geben. Beide erschrecken über sich selbst. Als Daphnis endlich den Kuss erwidern will, küsst er die hinzugekommene Lykainion. Lykainion gelingt es, ihn zu verführen.
Ein Wahntraum
Ist es die sengende Sonne, sind es seine Schuldgefühle, die Daphnis das Bewusstsein verlieren lassen? Dass ihn ein ängstigender Traum heimsucht? Chloe – so träumt er, wie einst der Roman des Longus es beschrieb – wird ihm von Piraten entrissen, an deren Spitze er Dorkon sieht. Wie der Daphnis des Romans fleht er die Hilfe der Nymphen an. Diese steigen zu ihm hernieder und verwandeln ihn in einen rettenden Gott, mit dem sie sich auf den Weg zu Chloe machen.
Der Traum von der Piratenhöhle
Dorkon, Lykainion und ihre Genossen, so träumt Daphnis, wollen Chloe zu ihresgleichen machen. Sie feiern ein Bacchanale. Da erscheint Daphnis an der Seite der Nymphen und jagt sie mit göttlicher Gebärde in die Flucht. Er bekränzt Chloe und vertraut sie dem Meer an.
Das Erwachen
Noch einmal wird Daphnis an sein Erlebnis mit Lykainion erinnert. Schamerfüllt will er fliehen. Doch Chloe erscheint, die ihn behutsam mit sich selber versöhnt und seine Befangenheit von ihm nimmt. In einem Taumel ihres momentanen Glücks vergessen sie die Welt um sich herum, als würde diese versinken.
Photo © Holger Badekow